Prof. Dr. Christian Thomasius Prof. Dr. Christian Thomasius  ‎(I817)‎
Präfix: Prof. Dr.
Vornamen: Christian
Nachname: Thomasius

Geschlecht: männlichmännlich
      

Geburt: 1. Januar 1655 32 Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland
Tod: 23. September 1728 ‎(Alter 73)‎ Stadt Halle, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Persönliche Fakten und Details

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Geburt 1. Januar 1655 32 Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland

Heiratkirchliche Ehe
Auguste Christine Heyland - 17. Februar 1680 ‎(Alter 25)‎ Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland

Adresse:
Thomaskirche


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Einzelheiten verbergen Bemerkung: ­https­://­books­.­google­.­de­/­books­?­id­=­Pn3YAAAAMAAJ­&­pg­=­PA483­&­lpg­=­PA483­&­dq­=­Auguste­+­Christine­+­Heyland­&­source­=­bl­&­ots­=­k1YxOj_QAy­&­sig­=­E3uk_52IjZFNPtlmyNPU0_KIiTY­&­hl­=­de­&­sa­=­X­&­ved­=­0ahUKEwiU0J6Rq_vOAhVBoRQKHQZdBXoQ6AEIJDAB­#­v­=­onepage­&­q­=­Auguste­%­20Christine­%­20Heyland­&­f­=­false­
Beruf Jurist und Philosoph
Anwesender: Prof. Dr. Johann Benedikt Carpzov II - [Verwandtschaftsberechnung]


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Einzelheiten verbergen Gemeinsame Bemerkung: - Am 31. Oktober 1687, dem Reformationstag, kndigte Thomasius am Tor der Leipziger Universittskirche unter dem Titel Discours Welcher Gestalt man denen Frantzosen in gemeinem Leben und Wandel nachahmen solle? eine deutschsprachige Vorlesung an. Wenn es sich auch weder – wie vielfach behauptet – um die erste deutschsprachige Vorlesungankndigung, noch um die erste Vorlesung in deutscher Sprache handelte, lste diese doch ebenso wie eine weitere Vorlesung ber die Mngel der aristotelischen Ethik aus dem Jahr 1688 und die zwischen 1688 und 1689 publizierten Monats-Gesprche heftige Reaktionen der fhrenden Vertreter der Leipziger lutherischen Orthodoxie (Valentin Alberti, August Pfeiffer und Johann Benedikt Carpzov) aus. Thomasius selbst beschreibt die Reaktionen im Abstand von 30 Jahren folgendermaen:

Als ich fr ohngefehr dreyszig Jahren ein teutsch Programma in Leipzig an das schwartze Bret schlug, in welchem ich andeutete, da ich ber des Gracians Homme de cour lesen wolte, was ware da nicht fr ein entsetzliches lamentiren! Denckt doch! ein teutsch Programma an das lateinische schwartze Bret der lbl Universitt. Ein solcher Greuel ist nicht erhret worden, weil die Universitt gestanden. Ich muste damahls in Gefahr stehen, da man nicht gar solenni processione das lbliche schwartze Bret mit Weyhwasser besprengte.

In der Folge verschrften sich die Auseinandersetzungen. Der dnische Knig Christian V. bezichtigte Thomasius des Hochverrats. Thomasius musste sich einer Anklage mit dem Vorwurf des Atheismus erwehren. Die Situation eskalierte mit der Publikation einer Schrift im Jahr 1689, in der Thomasius auf die hfische Politik einzuwirken versuchte und in einem Eherechtsstreit Position gegen den kurschsischen Hof bezog. In der Folge wurde Thomasius im Mrz 1690 mit einem Lehr- und Publikationsverbot in Kurfrstentum Sachsen belegt. Thomasius verlie daraufhin Leipzig und siedelte in das kurbrandenburgische Halle ber.

Im April 1690 wurde Thomasius zum Kurfrstlichen Rat ernannt. Er hielt juristische und philosophische Vorlesungen an der Ritterakademie in Halle und wurde so zum Grndungsmitglied der Juristische Fakultt der Friedrichs-Universitt Halle, die auf wesentliches Betreiben Thomasius' von Kurfrst Friedrich III. von Brandenburg gestiftet und am 11. Juli 1694 in der Ratswaage am Halleschen Marktplatz feierlich erffnet wurde.
Im April 1690 wurde Thomasius zum Kurfrstlichen Rat ernannt. Er hielt juristische und philosophische Vorlesungen an der Ritterakademie in Halle und wurde so zum Grndungsmitglied der Juristische Fakultt der Friedrichs-Universitt Halle, die auf wesentliches Betreiben Thomasius' von Kurfrst Friedrich III. von Brandenburg gestiftet und am 11. Juli 1694 in der Ratswaage am Halleschen Marktplatz feierlich erffnet wurde.

Druck der genannten Vorlesung: ­http­://­digital­.­slub­-­dresden­.­de­/­werkansicht­/­dlf­/­32306­/­3­/

Tod 23. September 1728 ‎(Alter 73)‎ Stadt Halle, Sachsen-Anhalt, Deutschland

Letzte Änderung 29. Januar 2019 - 14:15:36 - von: admin
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Familie der Eltern  (F759)
Prof. Dr. Jacob Thomasius
1622 - 1684
Maria Elisabeth Eichhorn
-
Prof. Dr. Christian Thomasius
1655 - 1728
Johanna Thomasius
-
Maria Elisabeth Thomasius
- 1684
Dorothea Sofie Thomasius
-
Sophie Magdalene Thomasius
-
Michael Thomasius
-

Eigene Familie  (F375)
Auguste Christine Heyland
1655 - 1739
Christian Polycarp Thomae
1681 - 1751
Christian August Thomasius
-
Sophie Elisabeth Thomasius
-
Christiane Auguste Thomasius
-


Bemerkungen

Bemerkung
­http­://­de­.­wikipedia­.­org­/­wiki­/­Christian_Thomasius­

­http­://­www­.­preussenchronik­.­de­/­person_jsp­/­key­=­person_christian_thomasius­.­html­

Bemerkung
Thomasius: Christian Th., hervorragender Frderer der deutschen Cultur, dem Fache nach Jurist, wurde geboren zu Leipzig am 1. Januar 1655 als Sohn des Philosophen Jakob Th. ‎(s. u. S. 107)‎, des Lehrers von Leibniz. Der Knabe durcheilte die ersten Stufen der Bildung mit der Raschheit und dem Glanz, welche stets die Merkmale seines Talents geblieben sind. So auerordentlich jung zum Universittsstudium gelangt, nutzte Th. diesen Vorsprung, um sich zunchst berall, in der Physik, Mathematik, Geschichte umzusehen, Philosophie aber eingehender zu betreiben, ehe er ein Fachstudium ergriff. Eben damals erschien S. Pufendorf’s Jus naturae et gentium; die systematische Vollstndigkeit desselben fesselte unsern jungen Magister der Philosophie ‎(seit 1672, Baccalaureus seit 1671)‎; den von der Leipziger Orthodoxie verworfenen Pufendorf’schen Ideen wute er logisch nichts entgegenzusetzen; aber noch stand er zu starr im Banne der Tradition und der Erziehung, als da er deshalb jene Ideen anzunehmen gewagt htte; so zweifelte er einstweilen lieber an seiner Verstandeskraft, als an der alten Lehre. Deshalb, um diese Schwierigkeiten zu bewltigen, welche auf die Vorstellungen von Recht und Sittengesetz zurckfhrten, wandte sich Th. nunmehr der Jurisprudenz zu, bei welcher er als bei seiner Berufswissenschaft verblieb. In Leipzig hrte er namentlich bei C. Ziegler und bei J. Schilter; 1675 bezog er die Universitt Frankfurt a. d. Oder, wohin ihn der Ruf eines Rhetius und Stryk fhrte. Von dem Unterricht auch dieser Mnner nicht voll befriedigt, ging er alsbald dazu ber, selbst juristische Privatvorlesungen zu halten, wobei er sich bereits bemht haben will, positives und natrliches Recht zu verbinden, ersteres durch letzteres zu verbessern. So lernte er, wie er selbst sagt, lehrend und erwarb 1679 das Doctorat, nachdem er 1678 pro 1icentia unter Rhetius disputirt hatte. – In diese Frankfurter Jahre fllt aber die groe Krisis von Thomasius’ innerem Leben. Ausfhrungen von Gegnern Pufendorf’s hatten ihn zunchst befriedigt und zu weiterem ruhigen Verharren in den alten Geleisen bewogen: sie schienen ihm das zu leisten, wozu er selbst nicht im Stande gewesen war, eine Widerlegung der Pufendorf’schen Ketzereien. Da schlug in diese Anschauung, welche mehr dem Wunsche entsprang, sich berzeugen zu lassen, als der Ueberzeugungskraft jener Ausfhrungen, hinein mit der unwiderstehlichen Gewalt freier Sprache, entrsteter Satyre, sittlichen Ernsts und logischer Klarheit Pufendorf’s Apologia. Indem Th. durch diese Schrift voll hingerissen wurde, ward ihm mit einem Schlage klar, auf wie ungengender Grundlage all sein Wissen und Glauben bisher beruht hatte: sein Verstand, an dem er gezweifelt hatte, weil er ihm die Richtigkeit der von seiner Umgebung verketzerten Ansichten vorfhrte, hatte Recht behalten; Alles, was man ihm dagegen gesagt, gepredigt, als Heilswahrheit eingeprgt hatte, erwies sich als Trug oder Irrthum. Alles, was man ihn gelehrt hatte, war ein Chaos von positiven Kenntnibrocken, ohne Klarheit, Ordnung noch Begrndung. Aus dieser Erkenntni entsprang der feste, klare Entschlu, fortab sich nur noch auf den eigenen Verstand zu verlassen, diesen als Mastab an alle Dinge zu legen und keiner noch so alten Schulmeinung, keiner noch so ehrwrdigen Ueberlieferung, keinem noch so fest gewurzelten Vorurtheil Rechnung zu tragen. Das Vorurtheil namentlich, das praejudicium, ist seitdem Thomasius’ bser Traum, den er fortwhrend von sich und der Menschheit abzuwlzen, es ist sein ‎[94]‎ Feind, den er berall zu suchen und zu bekmpfen bemht ist. Damit hat sein Leben seinen Zweck, sein Geist seine endgltige Richtung gewonnen; von allen Seiten strmten ihm nun unablssig die Anregungen, die Gedanken, die Ausfhrungen zu, auf allen Gebieten, durch alle Schlupfwinkel verfolgt er das Vorurtheil, in Vorlesung, Rede und Druck, in gelehrter und populrer Form, mit sprudelnder Fruchtbarkeit. Namentlich tritt ihm die Bedeutung der geschichtlichen Untersuchung in den Vordergrund, um durch dieselbe den Wechsel aller Dinge, die Haltlosigkeit aller Vorstellungen von der gerechten Grundlage des Bestehenden, die vielen Erfolge von Gewalt und List darzuthun, um durch Vertiefung der geschichtlichen Erkenntnisse die Ehrfurcht vor dem geschichtlich Gewordenen zu beseitigen. Als ein wohlbeanlagter und wohlerzogener Leipziger Professorensohn und Professuranwrter war er in Frankfurt eingezogen; als der Christian Thomasius unserer Culturgeschichte verlie er es, als Rationalist und Aufklrer, kampflustig und siegvertrauend.

Es beginnt nun, nach einer kurzen hollndischen Reise ‎(1679)‎ und nach einigen Jahren uerer Ruhe, innerer Sammlung – whrend derselben prakticirte Th. zu Leipzig, namentlich als Vertheidiger in Criminalsachen, hielt Privatvorlesungen im blichen Stil, und schrieb einige blo fachmig gelehrte juristische Werke, in deren Vorreden es wetterleuchtet – die Glanzepoche seines Lebens; die sechs Jahre von 1684–1690 sind es, innerhalb deren Th. von dem Sitze allen akademisch-orthodoxen Zopfes, von Leipzig selbst aus, seine schmetternden Schwertschlge gegen Pedantismus, Scholastik, Orthodoxie, Buchstabenwissen, Geisteserstarrung fhrte, mit Berserkergrimm nach allen Seiten gleichzeitig einhauend, nichts und Niemand schonend, allein gegen alle. Nicht der fein geschliffene, funkelnde, spitze Paradedegen eines Voltaire vibrirt hier im Wechsel tief durchbohrenden Ausfalls und glnzender Parade; ein gewaltiger Flamberg, ein mchtig Gewappen aus der Rstkammer der deutschen Gelehrsamkeit und Ueberzeugungstreue wird hier geschwungen, in ungefgen Hieben, mit beiden Hnden gefhrt, saust es auf Richtungen und Kpfe der Gegner herab, die Vertheidigung stets in Form eines neuen Angriff. Grob, breitspurig, mit den verletzendsten Persnlichkeiten durchsetzt, ungeschickt da, wo sie einen leicht humoristischen Ton anschlagen will, unerfreulich mindestens, wo sie das Witzeln gallischen Esprits nachahmen mchte, ist die Polemik des Th. aus dieser seiner ersten Epoche; aber durchschlagend; und zaghaft anfangs, dann bewundernd, schlielich mitgerissen folgte die Leipziger akademische Jugend, folgte bald ganz Norddeutschland diesem Kampfe. Th., durch den Tod seines Vaters von jeder Rcksicht befreit, erffnete diesen durch Vorlesungen ber das Naturrecht und durch eine Dissertation ber die Bigamie ‎(1684)‎, welche, mit der extremsten naturrechtlichen Richtung, noch ber Pufendorf hinausgehend, als naturrechtlich erlaubt hingestellt wird. Diesem Vorspiele folgte 1687 die Herausgabe eines Lehrbuchs des Naturrechts, welches in fast allen Punkten mit Pufendorf bereinstimmt und diesen namentlich gegen des Th. frheren Lehrer, den Leipziger Professor Val. Alberti, vertheidigt, die Institutines Jurisprudentiae divinae; und der Anschlag an das schwarze Brett der Universitt eines deutschen Programmes: Discurs, welchergestalt man denen Frantzosen im gemeinen Leben und Wandel nachahmen soll. Natrlich, wie sofort bemerkt sei, insofern, als sie gute Manieren, Kunst feinen Lebensgenusses mit allseitigem, unpedantisch den Kern der Dinge erfassendem Wissen und mit reicher Welterfahrung verbinden – nicht, indem man ihnen blindlings in Moden, Leichtsinn, Snden nachfolgen solle. Dieser Anschlag und der sich daran anschlieende Vortrag ber des Spaniers Gracian Grundregeln, vernnftig, klug und artig zu leben war eine unerhrt revolutionre That in doppelter Beziehung. Sowol wegen ‎[95]‎ des Stoffes – wann waren jemals sonst derartige ungelehrte, scheinbar frivole Dinge an das schwarze Brett, auf das Katheder getragen worden? – wie wegen der deutschen Sprache. Und zwar bricht hier Th. mit der lateinischen Gelehrtensprache in vollem Zweckbewutsein; er wei wol, da er in seiner deutschen Sprache, wie ihre Anwendung an sich schon die schrfste Kriegserklrung gegen allen scholastischen Zunftbetrieb ist, so auch die mchtigste Sttze fr diesen Krieg finden wird. Nicht nur Freiheit der Bewegung, Kraft und Natrlichkeit des Ausdruckes wird ihm sein, an Luther’s Werken genhrter, an Chr. Weise sich zunchst anschlieender deutscher Stil von selbst gewhren: sondern seine deutschen Worte werden sich an ganz Deutschland wenden, sie werden ihm Zuhrer und Leser aus allen Kreisen, ber die mit gelehrten Vorurtheilen angefllten Universittszirkel hinaus zufhren, sie werden ihm die frischen Empfindungen und den nationalen Enthusiasmus der Jugend gewinnen, namentlich auch der Jugend aus den vornehmeren, der pedantischen Schulgelehrsamkeit verchtlich gegenberstehenden Stnden. Freilich wendet sich blo scheinbar an letztere seine Logik von 1688, durch ihren Titel: Introductio ad Philosophiam Aulicam seu primae Lineae libri de prudentia cogitandi et raiocinandi; das Werk ist nicht etwa wirklich fr Hofleute bestimmt, sondern fr Studirende, die sich eben gleichzeitig durch dasselbe an einen eleganten, weltmnnischen Ton und entsprechende Auffassung gewhnen sollen. Der Sorge fr die praktische Ausbildung der Studirenden dienen eine ganze Reihe gleichzeitiger Programme und ffentlicher Vorlesungen, ber philosophische und juristische Stoffe; alle legen sie den Ton darauf, das mit hohlen Formeln, mit der Ueberlieferung blo theoretischen Wissens in zahllosen Einzelheiten und in dialektischer Verknpfung, wie sie bis dahin blich waren, zu brechen sei, da vielmehr die Rcksicht auf praktische Verwendbarkeit des Gelernten an erste Stelle treten msse; so wenig man tanzen lerne durch Besuch von theoretischen Vortrgen ber die Tanzkunst, so wenig lerne man logisch denken, ethisch handeln, juristisch Geschfte fhren durch die hergebrachten Collegien ber Logik, Moral, Jurisprudenz; praktische Anleitung zu geben sei auch hier Hauptaufgabe des Lehrers. Namentlich in den juristischen Vorlesungsprogrammen ist hier schon ‎(wie an anderer Stelle eingehend nachzuweisen hier vorbehalten bleiben mu)‎ die ganze sptere fachwissenschaftliche Lehre des Th. im Keime enthalten. All dies war ihm aber damals nur Nebenarbeit; in erster Linie steht das entscheidende Werk der Jahre 1688 und 1689, das Werk, mit welchem Th. sich an das ganze deutsche Publikum in freiester, originellster Form wendet, seine deutsche Monatsschrift, wie sie diese beiden Jahre hindurch erschien, unter vielfach wechselndem Titel ‎(zuerst: Scherz- und ernsthafter, vernnftiger und einfltiger Gedanken ber allerhand lustige und ntzliche Bcher und Fragen erster Monat oder Januarius, in einem Gesprch dargestellt von der Gesellschaft derer Migen)‎. Ebenso wechselt die Form ab, bald haben wir Dialoge vor uns, bald witzelnde Erzhlungen, bald wild polemische Ausflle, bald ruhige Aufstze, namentlich Berichte ber die moderne Litteratur, die schne sowol wie die gelehrte, die auslndische wie die inlndische; stets aber ist der Geist aller dieser Ausfhrungen derselbe. Den Angriffen gegen theologische Intoleranz, gegen aristotelische Scholastik, gegen gelehrten Pedantismus ganz im allgemeinen entspricht die lobende Hervorhebung der Moral des Confucius, der Epicurischen Philosophie, der Romanlectre als eines nicht zu unterschtzenden Bildungsmittels. Alle diese Dinge werden immer wieder, von allen Seiten her, frisch vorgenommen, im Anschlusse bald an ein neues Buch, bald auch an ein Ereigni des Tages; Th. hat sich hier die Waffe des Journalismus nicht nur neu geschaffen, sondern sie auch bereits mit vollendeter Meisterschaft zu fhren gewut; ebensowenig hat er freilich den ‎[96]‎ bedenklichen in ihm schlummernden Tendenzen widerstanden, der Neigung zu Uebereilungen, Uebertreibungen, namentlich aber auch zur rcksichtslosen Ausbeutung der Skandalsucht des Publikums auf Grund unverbrgter, persnlich gehssiger Gerchte. Diese Anspielungen und Insinuationen gegen seine Feinde wrden wir heute kaum mehr zu erkennen in der Lage sein, wren wir nicht anderweitig darber genauest unterrichtet, namentlich durch des Th. eigene sptere Vertheidigungsversuche; er ist danach entschieden gelegentlich zu weit gegangen, indem er einzelnen seiner Gegner gemeine Delicte beima, zwischen welchen und einem zelotisch-verfolgungsschtigen Obscurantismus denn doch noch ein gewaltiger Abstand besteht. Solcherlei ist gewi nicht zu entschuldigen; wenn aber darber hinaus gegen Th. von berufenster Seite die Anklage erhoben worden ist, er sei mit seinem ganzen Kampfe gegen die aristotelisch-scholastische Unterrichtsmethode der Philosophen wie gegen die auf der Concordienformel aufgebaute pseudo-lutherische Intoleranz der Theologen im Unrecht gewesen, da nun einmal die Universitt Leipzig auf diese Concordienformel und auf jenen Aristotelismus begrndet und verpflichtet gewesen sei: so soll und kann dieses Argument lediglich ein formal-juristisches Urtheil begrnden. Gerade darin, da er sich ber solche Bedenken wegsetzte, da er alle jene Ketten und Riegel mit Einem Ruck sprengte und seinen freien Flug nahm hinaus in die Weite, die er damit seiner Nation erffnete: gerade darin besteht des Th. That; nicht blo die formale Gesetzwidrigkeit mu ihm deshalb nachgesehen werden, sondern auch manche sachlich rgere Uebertreibung, begangen im Kampf gegen das Autorittsprincip, so namentlich die geschmacklose Herabsetzung der ganzen Antike. Nur vor zwei Punkten ist auch in seinen khnsten Tagen Thomasius’ Sturmgeist stets stehen geblieben: vor der reinen, im Sinne des ersten Jahrhunderts aufgefaten christlichen Religion, und vor der durch den Herrscher ausgebten politischen Staatsallmacht. An jener hielt er ebenso unbedingt mit glubigem Gemth, namentlich gegen den Spinozismus, wie an dieser aus doctrinrer Einsicht fest; in beiderlei Beziehung auch positiv kennzeichnend fr die erste deutsche Etappe des Aufklrungszeitalters.

In der Stellung, welche er als der Autor der Monatsschrift, als der Begrnder des deutschen Aufklrerthums und Journalismus einnimmt, lebt Th. hauptschlich im Gedchtnisse der Nation weiter, ein zorn- und witzsprhender Eiferer gegen alles Niedrige und Beschrnkte, gegen allen Schulen- und Regelzwang, mehr niederreiend, als aufbauend, mehr Vertreter des sog. gesunden Menschenverstandes und Agitator als Gelehrter, trotz aller gelegentlich dabei an den Tag gelegten Gelehrsamkeit. Indessen ist diese Vorstellung eine durchaus einseitige, eben nur fr diese erste Periode zutreffende; Th. ist vor allem ein impulsiver, stets durch die Stimmung und Aufgabe des Moments beeinfluter Charakter gewesen; und im J. 1690 traten zwei hervorragend wichtige Ereignisse in sein Leben ein, welche zu einem neuen Entwicklungsstadium fhrten. Das eine die Berhrung mit dem in Leipzig verfolgten Pietismus, dessen juristische Vertheidigung er bernahm; zu dem persnlichen Einflusse eines Spener und Francke mochte die innere Neigung zum Rckschlag kommen, der Hang nach Bescheidenheit und Ruhe nach der Keckheit und dem Lrm der letzten Jahre; entscheidend war aber wol das Bedrfni des glubigen Gemthes, an Stelle des beseitigten orthodoxen Dogmenglaubens etwas anderes Positives zu setzen. So ward Th. selbst Pietist und, da er eine einmal eingeschlagene Richtung regelmig bis ins Extreme verfolgt, auch Separatist und Mystiker, letzteres hauptschlich im Anschlusse an Poiret. Der pietistischen Stimmung entsprieen namentlich eine ganze Anzahl von Schriftchen, in welchen Th. sich selbst und anderen ins Gewissen redet, in dem bekannten zerknirschten und starke Scheltworte ‎[97]‎ anwendenden Ton; namentlich bereut er nun die gehssigen Uebertreibungen seiner bisherigen Polemik, und der Vorsatz, solche Persnlichkeiten zu meiden, ist ein dauernder Gewinn, welchen er aus dieser pietistischen Krisis zieht. Weniger glcklich sind die durch die pietistische Selbstbetrachtungs- und Selbstzergliederungsneigung hervorgerufenen Ideen ber die Mglichkeit, menschliche Charaktere nach bestimmten Formeln gewissermaen mathematisch auf ihre Componenten zu bestimmen und danach die zuknftigen Handlungen dieser Menschen zu berechnen. Der pietistische Ton klingt uns schon aus dem Titel einer damals von Th. herausgegebenen Zeitschrift ‎(Historie der Weisheit und Thorheit, 1693)‎ entgegen. Der Inhalt dieser Zeitschrift aber hngt wol noch mehr mit einem gewissen Separatismus zusammen, soferne nmlich die kirchengeschichtlichen Beitrge berwiegen, welche regelmig die officielle Kirche als durch philosophische Einflsse auf Abwege gerathen, die groen Ketzer dagegen als Reprsentanten wahren Christenthums darstellen. Es handelt sich da geradezu um Vorarbeiten zu Arnold’s Kirchen- und Ketzergeschichte ‎(1699)‎, einem Werk, zu dem Th. in naher Beziehung steht, ohne da bisher seine Mitarbeiterschaft im einzelnen gengend nachgewiesen wre. Der Mysticismus endlich veranlate ihn zu metaphysischen Grbeleien, mit welchen er ein seiner ganzen Denkart dauernd verschlossenes Gebiet betrat; sein pneumatischer Versuch vom Wesen des Geistes ‎(1699)‎ ist wol das unerfreulichste, halt- und werthloseste seiner Werke. – Jedoch war dafr gesorgt, da er nicht in solchen Dingen oder in pietistischer Frmmelei unterging, schon durch das andere entscheidende Ereigni des Jahres 1690: die Verlegung seines Wohnsitzes und seiner Thtigkeit von Leipzig nach Halle. Dort war, nachdem er sich mit aller Welt berworfen hatte, nachdem auf vielseitige und fortgesetzte Klagen auch scharfe obrigkeitliche Maregeln gegen sein Wirken in Wort und Schrift ergriffen worden waren, nicht mehr seines Bleibens; so verlie er seine Vaterstadt ‎(die durch ihn selbst ausgebrachten, seitdem herrschenden Anschauungen von einer eigentlichen Vertreibung und Flucht sind bertrieben)‎ am 18. Mrz 1690, wurde in Berlin, wo er sich gute Beziehungen vorzubereiten gewut hatte, wohl aufgenommen, mit Rathstitel und Gehalt ausgerstet und mit der Erlaubni, Vorlesungen zu halten, nach Halle entlassen. Aus diesen Vorlesungen ist die juristische Facultt, der Kern der Universitt Halle hervorgegangen. In den ersten Jahren mute Th. den Schlern, welche er um sich nach Halle berief, Alles in Allem sein. Und er ward dieser Aufgabe gerecht im hchsten Mae; er hielt ihnen nicht nur Vortrge ber die gesammte positive Rechtswissenschaft nach einem eigenen Plane, in welchem besonders die Geschichte des Rechts und seiner Quellen eine hervorragende Rolle spielt; dazu fgte er nicht nur Vortrge ber das Naturrecht nach seinem Lehrbuche, nicht nur encyklopdisch-philosophisch auf alles dies vorbereitende Vorlesungen; sondern er nahm auch praktische Uebungen in dem Gebrauch der deutschen Sprache, in der Logik und Rechtsanwendung mit ihnen vor, ja kmmerte sich um ihre Manieren, ihren ueren Anstand; so bot er ihnen nicht nur in seiner einzigen Person eine ganze philosophische und eine ganze juristische Facultt, sondern selbst den Lehrmeister in Dingen, welche Schule und Elternhaus verabsumt hatten. Als der gewaltige Erfolg dieser Bemhungen die feierlich-frmliche Errichtung der Universitt Halle 1694 zur Folge hatte und nun eine ganze Reihe weiterer Lehrkrfte ihm gesellt wurden, namentlich in der Stellung als Ordinarius der juristischen Facultt und Director der Universitt der groe Civilist S. Stryk ‎(s. A. D. B. XXXVI, 698 fg.)‎, schon seit Ende 1692, gewann Th. daraus wiederum neuen Vortheil, nicht nur nach der Seite der Entlastung von der bermigen Lehrthtigkeit, sondern auch nach der Seite positiver ‎[98]‎ Anregung und sorgfltiger Schulung in Angelegenheiten der Spruchpraxis und der Geschftsverwaltung. Mehr als bisher findet sein Geist nun Bethtigung auf dem Felde der Fachwissenschaft; aus der Menge der Programme und Dissertationen treten drei Vorstellungsreihen als hauptschlich leitende hervor: Erstens die Ueberzeugung von der Bedeutung der Geschichte, ohne welche die Jurisprudenz blind ist; Th. versteht da von der Entwicklung durch Alterthum, Mittelalter, Receptionsepoche, neuere Zeit hindurch ein zusammenhngendes Bild in vielfach treffenden Zgen zu entwerfen. Zweitens der scharfe Widerspruch gegen die herrschenden Vorstellungen von der Trefflichkeit des Rmischen Rechts und von seiner Gltigkeit in Deutschland; vielmehr wimmele es von Mngeln ‎(naevi)‎ und kaum ein Zwanzigstel oder ein Zehntel des Corpus jur. civ. sei bei uns wirklich in Geltung; im brigen herrschte bei uns Naturrecht und unser, diesem weit nher stehendes, einheimisches Recht; namentlich auf letzteres geht dabei Th. immer mehr ein, gibt zu ihm eine Reihe bedeutender Einzelbeitrge, und zeigt dabei seinen genialen Scharfblick in der Auswahl der Punkte, auf welche er jene, an sich ja zweifellos stark bertriebene Grundanschauung anwendet. Drittens im Kirchenrecht die Ausbildung der einseitigst territorialistischen Lehre, nach welcher allein dem Herrscher in allen nicht unmittelbar zum Glauben gehrigen Dingen, d. h. auf dem ganzen Gebiete der sog. adiaphora, und in allen eines ueren Zwanges bedrftigen Anlssen die unumschrnkte Gewalt zukommt, whrend die Geistlichkeit nur auf dem Gebiete des Glaubens und nur durch Ueberredung zu wirken berufen ist; selbst die Strafe des Bannes, der Excommunication, ist nur der Landesherr zu verhngen befugt; jede andere Auffassung wird als ’papistisch‘ gebrandmarkt und da, wo sie sich in der Geschichte geltend macht, auf Rnke der papistischen Politik zurckgefhrt. Spuren solcher auch im Protestantismus zurckgebliebenen papistischen Auffassung nachzuweisen macht sich Th. zur besonderen Aufgabe und findet solche am strksten im Eherecht. Dem Frsten aber empfiehlt er weiteste Toleranz zu Gunsten aller auf dem Boden des Christenthums stehenden confessionellen Schattirungen ‎(ber Pufendorf’s Toleranz hinaus, hinter Locke’s ganz allgemeiner Toleranz zurckbleibend)‎; und gegen die Auffassung der Ketzerei als eines strafbaren Verbrechens richtet er zwei seiner treffendsten, krftigsten und erfolgreichsten Dissertationen ‎(1697 An haeresis sit crimen und De jure principis circa haereticos ex hypothesi juris clericalis)‎. Zusammengefat, wennschon blo in der Form kurzer Inhaltsangabe ber zu haltende Vorlesungen, findet man alle diese Anschauungen des Th. in seinem Summarischen Entwurf der Grundregeln, die einem studioso juris zu wissen nthig ‎(Halle 1699)‎. Ein letztes Resultat derselben Gedankenrichtung endlich, namentlich auch durch Stryk’s Einflu gefrdert, ist die Abhandlung De crimine magiae ‎(Nov. 1701, in zwei deutschen Uebersetzungen erschienen 1704 und 1706)‎; hier verwirft Th. nicht blo, wie schon frher mehrfach geschehen war, die Beweisbarkeit, sondern, zum ersten Male, die Mglichkeit des Teufelbndnisses und aller damit zusammenhngenden Spuk- und Wahnvorstellungen, welche zu so vielen Greueln Veranlassung gegeben hatten; alle krperliche Wirksamkeit des Teufels wird geleugnet und als wahre Knechte des Teufels werden die mit Geist und Willen ihm verfallenen, die Verbrecher und Snder, bezeichnet; die einfache Abschaffung aller Hexenprocesse wird im Endergebni kategorisch gefordert.

Mit dem Beginn des 18. Jahrhunderts stellten sich Reibungen ein zwischen Th. und dem in der theologischen Facultt der Universitt Halle zur Herrschaft gelangten, daber auch seinerseits zu einer formelglubigen Hieratik erstarrten Hallischen Pietismus. Diese Reibungen verblieben keineswegs blo auf dem Gebiete geistlicher Ermahnungen und akademischer sowie litterarischer Aussprachen, ‎[99]‎ sondern fhrten auch zu Klagen und Gegenklagen nach Berlin, wo man im wesentlichen zu Gunsten friedlichen Ausgleiches entschied, indem man Th. vom theologischen Gebiet abzulassen, den Theologen aber sich persnlicher Angriffe gegen Th. zu enthalten befahl: natrlich beiderseits ohne viel Erfolg. Der Kampf hat sich litterarisch sowol wie in der angedeuteten Form officieller Beschwerden bis 1713 hingezogen, in welchem Jahre Th. zum letzten Male wegen einer Diss. de concubinatu Verfolgungen ausgesetzt schien, die indessen bald wieder abgewendet wurden. Entschieden war eigentlich der Sieg des Th., wenigstens in amtlicher Beziehung, schon seit 1709, als man ihm, um ihn zur Ablehnung einer Rckberufung nach Leipzig zu veranlassen, den preuischen Geheimrathstitel verliehen und die Nachfolge in Stryk’s Stellungen versprochen hatte; in dieselben ist er denn auch 1710, mit Stryk’s Tode, eingetreten. – Hand in Hand mit diesen ueren Vorgngen vollzog sich die Loslsung des Th. aus den pietistischen und mystischen Anschauungen selbst. Half ihm die Verkehrtheit jener erkennen das kopfhngerisch-heuchlerische Gebahren, wie es sich namentlich im Haller Waisenhause einnistete und seinem pdagogischen Ideal so direct widersprach, so zerflog der Zauber der Mystik vor der Klarheit eines Locke, mit dessen Studium er sich nun ernstlich befate. Ueberhaupt aber konnte man wol von vornherein vermuthen, da dies ganze pietistische Wesen, so ernsthaft Th. es damit zunchst nahm, doch fr ihn nur eine Durchgangsphase sein konnte; diese Phase fhrte ihn von dem berschwellenden Sturm und Drang der Jugend durch eine seiner gesunden Lebenslust widersprechende Contrition hinber zu dem ausgeglichenen Gleichmaa eines reifen Mannesalters, welches natrliche Heiterkeit und Lebhaftigkeit mit Ernst und Wrde in Auftreten, Sprache und Gesinnung zu verbinden wei. Dementsprechend steht nun Th. auf der Hhe seiner wissenschaftlichen Leistungen; es ist die Periode, in welcher sich alle verschiedenen von ihm angesponnenen Gedankenfden in allseitiger Durchfhrung und besonnener Formulirung zu Einem Gewebe vereinigen. In der Philosophie des Naturrechts emancipirt er sich von Pufendorf ‎(Fundamenta Juris naturae et gentium 1705)‎, indem er als den groen Unterschied zwischen Recht und Moral die Erzwingbarkeit der Rechtssatzungen proclamirt und daraus namentlich die Unhaltbarkeit des Begriffes eines jus divinum positivum universale ableitet. In der Rechtsgeschichte lt er, besorgt durch seinen Lieblingsschler Georg Beyer ‎(s. A. D. B. II, 596)‎, die mustergltige Delineatio historiae juris civilis ‎(1704)‎ erscheinen; deren uere Methode kurzer Schlagstze, der sog. positiones, ist seinem Vorlesungsdictat entnommen, an welches sich dann seine mndlichen Ausfhrungen knpften, von Seiten seiner Schler aber ist diese Methode der Positionen fr alle solche lehrbuchartigen Schriften ‎(Compendien)‎ aufgenommen. Im Privatrecht fhrt er nicht nur den Kampf gegen die Gltigkeit des Rmischen Rechts in Deutschland weiter durch, sondern gelangt auch im Gegensatze zu diesem dazu, ein vollstndiges System des deutschen Privatrechts aufzufhren, welches dann in G. Beyer’s, als erstes Lehrbuch ber diesen Gegenstand bekannter Delineatio juris Germanici ‎(1718)‎ stark benutzt ist; dieses deutsche Recht ersetzt mit Vortheil das frher von Th. unbefangen aus Ha gegen das Rmische Recht ins positive Recht hinbergezogene Naturrecht. Die hier gewonnene Einsicht in die Bedeutung des heimischen Rechtes bertrgt Th. auf das Feudalrecht ‎(Selecta Feudalia, 1708, mit dem Abdruck des Auctor vetus de beneficiis)‎, ferner auch auf Staats- und Strafrecht. Studien zu der Geschichte des letzteren fhren einerseits zu der Carolina und den Fehmgerichten, andererseits zu der ppstlichen Gesetzgebung, namentlich Innocenz VIII. zurck; daraus geht dann schlielich die Einsicht hervor in den Zusammenhang der schlimmen Trias: Inquisitionesproce, Folter, Hexenverfolgung. Mit sicherem ‎[100]‎ historischen Griff wei Th. diese Dinge zu verbinden, und namentlich die Ausfhrungen gegen die Folter gehren wieder zu denjenigen, an welche sein Name aufs dauerhafteste geknpft ist ‎(Disp. de tortura in foris Christianorum proscribenda, 1705)‎. Bei dem hiermit zugleich schon berhrten Gebiete des Kirchenrechts beschrnkt Th. sich jetzt nicht mehr auf die Vertretung der landesherrlichen Rechte und auf die Bekmpfung der bei Geistlichen aller Kirchen grassirenden Herrschsucht, sondern geht dazu vor, das ganze kanonische Recht von diesen Gesichtspunkten aus durchzuarbeiten, namentlich seitdem dasselbe in den Bereich seiner pflichtmigen Vorlesungen fllt ‎(seit 1710 als Ordinarius der Facultt)‎; dadurch fhrte er eigentlich zuerst das kanonische Recht in ein Kirchenrecht in unserem Sinne ber und bereitete den Boden, auf welchem sein groer Schler J. H. Bhmer wirken sollte; freilich legte er dabei auch den Grund zu einer der leidigsten Neigungen des Aufklrungszeitalters, der, alle mglichen historischen Vorgnge auf Intriguen der Ppste ‎(arcana papatus)‎ und der Clerisei herzuleiten. – Die groen Schriften, in welchen wir neben zahllosen Dissertationen u. s. f. diese Ausfhrungen finden, sind: Cautelae circa praecognita Jurisprudentiae ‎(1710)‎; Cautelae circa praecognita Jurisprudentiae Ecclesiasticae ‎(1712)‎; Notae ad singulos Institutionum et Pandectarum titulos, varias juris Romani antiquitates, inprimis usum eorum hodiernum in foris Germaniae ostendentes ‎(1713)‎, das umfangreichste juristische Werk unseres Autors, welches fr seine Behauptung von der geringen Geltung des Rmischen Rechts in Deutschland den Inductionsbeweis durchfhrt; weiterhin die Ausgabe von Lancelottus’ Institutiones juris canonici mit einer Auswahl von Noten Anderer und zahlreichen eigenen Noten ‎(4 Bnde, 1713–17)‎; und endlich die Historia contentionis inter imperium et sacerdotium, mit Betonung namentlich der Litterrgeschichte, als einer auch sonst von Th. wesentlich bercksichtigten und gefrderten Wissenschaft. – In den Jahren 1713–1717 treten schlielich in den Kreis der Fragen, mit welchen Th. sich beschftigt, auch gesetzgeberische ein, auf Anregung von Seiten der Staatsregierung her. Obschon er die Schden in Recht und Rechtspflege seiner Zeit scharf erkennt und bitter beklagt, steht Th. im wesentlichen, nach einem ersten, etwas lebhafteren Anlauf ‎(Vorwort zu den Notae etc., 1718)‎, auf einem skeptischen Standpunkt ‎(Bedenken v. 1717, mitgeth. in den Juristischen Hndeln, Theil 4, Handel 4, und zwei Dissertationen v. 1717: De emendatione administrationis justitiae etc. und De charactere et circumspectione Medici ad curandam taediositatem processum adhibendi)‎. Er meint schlielich, nicht durch eine bereilte Gesetzgebung, welche noch so schn klingen mge, aber nichts ndern werde, sondern nur durch Hebung des Niveaus des allgemeinen Wissens bei juristischen Professoren, Studenten, Geschfts- und Staatsmnnern werde sich eine wahrhafte Besserung erzielen lassen; dazu aber bedrfe es mehrerer Generationen; bis dahin mge man die Gesetzgebung ruhen lassen; und dann werde man kaum mehr neuer Gesetze bedrfen. Mit diesen Auseinandersetzungen verbinden sich Studien zur Geschichte der Universitten ‎(Ausgabe des sog. Testamentes von Melchior v. Ossa, 1717, mit Noten und mit Anhang: Ein kleiner Versuch von Annalibus, 1409–1629, Leipzig und Wittenberg betreffend)‎.

Welcher Unterschied zwischen dem jugendfeurigen Reformator und dem Th., der sorgfltig auseinandersetzt, ein Institut als verkehrt, fehlerhaft erkennen berechtige noch nicht dazu, es abzuschaffen oder zu verbessern, ehe man wisse, ob diese Operation bei diesem Stadium der Krankheit nicht zu schwer sei! Man sieht, wie sich der Uebergang ins hohe Alter vollzieht. Der Eintritt in dasselbe charakterisirt sich durch ein bequemeres Sich-gehen-lassen in Form und Inhalt. Der immer schon reichlich breite Stil des Th. fliet jetzt ganz auseinander, in ‎[101]‎ endlose Lnge und Ausfhrlichkeit; die immer schon hufigen Wiederholungen zeigen zu ihrer Entschuldigung nicht mehr neue Einkleidung noch Variirung des Gedankens; die Neigung, in einer fr das 18. Jahrhundert so kennzeichnenden Weise uns von sich selbst zu unterhalten, fhrt zu autobiographischen Aufstzen, die allerdings reiches Urkundenmaterial, aber auch unendlich viel todtes Detail enthalten, weniger wol aus Selbstgeflligkeit, als aus Bequemlichkeit, da Th. die Mhe nicht aufwendet, das Bedeutsamere auszuwhlen; und in derselben Weise werden jetzt frher liegen gebliebene Arbeiten, Berichte ber frher gefhrte Processe u. dgl. verffentlicht. Dieser Ton herrscht namentlich in den beiden letzten groen Sammelwerken, den Ernsthaften, aber doch muntern und vernnftigen Thomasischen Gedanken ber allerhand auserlesene juristische Hndel ‎(4 Bde., 1720 und 1721)‎ und den Vernnftigen und christlichen, aber nicht scheinheiligen Thomasischen Erwgungen ber allerhand Gemischte Philosophische und Juristische Hndel ‎(3 Bde., 1723–1725)‎, in letzteren noch weit mehr als in ersteren. Indessen behalten trotz aller dieser Mngel namentlich die Erzhlungen ber Rohheit oder Leichtsinn der Richter in einer Reihe von Hexenuntersuchungen ihren Werth. Ebenso werthvoll ist, wegen des reichen litterrgeschichtlichen Materials, die Paulo plenior Historia juris naturalis ‎(Halle 1719)‎. Als im J. 1723 der groe Kampf zwischen den Pietisten und Wolf tobte, blieb zwar Th. diesem Streit fern, da ihm keiner von beiden Theilen sympathisch war, auch Wolf nicht; dessen mathematisch-demonstrative Methode ihm, dem Feinde aller –aner, als eine neue Auflage scholastischer Dialektik verhat war; aber sein ganzer Ingrimm gegen die Pietisten zeigt sich doch in der auergewhnlich scharf-verbissenen Satire, der Diss. An poenae viventium eos infamantes sint absurdae et abrogandae, aus dem April dieses Jahres. Dagegen ist eine letzte Vertheidigungsschrift fr Toleranz aller christlichen Confessionen unter einander in auffallend mildem, behaglichem Tone abgefat, angefllt mit freundlichen persnlichen Anspielungen auf edelgesinnte Bekannte des Autors aus den verschiedensten Kreisen, einschlielich selbst der Jesuiten. Dieses Gesprch vom Simultaneo ‎(erschienen 1725, geschrieben wol schon 1720)‎ fhrt uns in des Th. Heim ein, in welchem er, unter der Larve eines tolerant denkenden katholischen Regierungsbeamten ‎(Geschftsmannes, wie man das damals nannte)‎ dargestellt, einen ihm befreundeten Jesuiten empfngt; in der Schilderung der tchtig ihrem Hauswesen vorstehenden, dasselbe unter Entfaltung eines behaglichen Wohlstandes leitenden, aber auch zwischen den Mnnern verstndnivoll und geistreich vermittelnden Hausfrau hat da Th. der Gattin, welche ihm seit 1680 treu in allen Schicksalen zur Seite stand, ein fr Beide gleich ehrendes Denkmal gesetzt. Und als seine Gemischten Hndel wieder von allerlei Seiten Anfechtung erfuhren, da hat der alte Kmpe sich noch einmal zu einer Kraft und Schonungslosigkeit der Erwiderung aufgeschwungen, welche seine Gegner nicht mehr von ihm erwartet haben mochten, ja welche geradezu in Ton und Inhalt an die ersten Jugendwerke erinnert. Dieser Anhang zu den Thomasischen Gemischten Hndeln ‎(v. 1726)‎ ist aber seine letzte Druckschrift geblieben; seine letzte Disputation hatte er am 3. November 1725 abgehalten; seine Lehrthtigkeit war er schon seit mehreren Jahren wesentlich einzuschrnken genthigt gewesen; am 23. September 1728 ist er gestorben, berlebt von der Ehefrau, von einem Sohne, Christian Polykarp, von zwei Tchtern, fnf Enkeln und zwei Enkelinnen.

Th. ist kein tiefer Philosoph und Denker, kein gelehrter Forscher und Sammler gewesen, sein Blick haftet meist blo am unmittelbar Praktischen, sein Verstand leugnet kurzweg alle Probleme, denen er nicht gewachsen ist; der Dauer seiner einzelnen Werke steht ihre geringe formale Durcharbeitung und ihre Zersplitterung ‎[102]‎ im Wege. Aber er ist ein Mann von sprudelndem Ideenreichthum, von intuitiv selbst bei historischen Fragen der richtigen Lsung zustrebender Genialitt; und seine Werke, hufig denselben improvisirten Charakter tragend wie seine Lehrvortrge, haben, wie diese auf eine zahlreiche Zuhrerschaft, so auf das Publicum ihrer Zeit im weitesten Maae gewirkt: durch den Reiz einer frischen Unmittelbarkeit, durch die Gewalt einer mchtigen Persnlichkeit. Er hat in einzelnen Specialwissenschaften, dem deutschen Privatrecht, dem Kirchenrecht grundlegend und pfadweisend gewirkt; in anderen, dem Naturrecht, dem Strafrecht Epoche gemacht; er hat auf die Bedeutung der Kirchen-, Litterr- und Rechtsgeschichte hingewiesen, fr seine Zeit treffliche Uebersichten ber sie gegeben, auch im einzelnen manche wichtige Beitrge zu der Kenntni dieser Gebiete geliefert; aber weit ber alle diese hinaus gehen seine erzieherischen Verdienste. Um ihn schlieen sich die Schler in immer weiteren Kreisen. Zunchst die verhltnimig starke Anzahl derjenigen persnlichen Schler, welche unter seiner Leitung zu bedeutenden Gelehrten und Schriftstellern herangewachsen sind, wie, um nur einige zu nennen, Beyer, Titius, Stolle, Gerhard, Joh. S. Stryk, v. Meyern, Gundling, Schmau, Leyser, Heineccius, J. H. Bhmer, denen der sptere groe Curator von Gttingen, der Frhr. v. Mnchhausen, gesellt sein mag. Sodann die weit bedeutendere Anzahl derjenigen Zuhrer, welche seine Anschauungen mitgenommen haben ins praktische Leben, in die Gerichts- und Regierungsstuben; hat man doch nicht mit Unrecht einzelne Seiten in dem Charakter des liberalen und nationalen, praktischen und berufseifrigen preuischen Beamtenthums auf diese seine Hallische Schule zurckfhren knnen. Und schlielich die ganze unendliche Anzahl aller Zeitgenossen, welche aus den Schriften des Th. Ansto erhalten haben zu freiem, selbstndigem Denken, zu frischer, frhlicher Lebensthtigkeit, zur Abwendung von pedantischer Schulfuchserei und von kleinlicher Verzagtheit, zur Verabscheuung von Obscurantismus und Intoleranz. In allen diesen hat Th. fortgewirkt, weit mehr als in seinen Druckwerken, die, nicht einmal zu einer groen Ausgabe gesammelt, vielfach zerstreut und dem nicht fachmigen Leser heute schwer zugnglich sind. ‎(Einzelne Sammlungen sind u. a.: Allerhand bisher publicirte kleine deutsche Schriften, 1701; Orationes academicae, 1723; Programmata Thomasiana, 1724; Dissertationes academicae, 4 Bde., 4°, Halle 1773–1780.)‎
H. Luden, Chr. Thomasius nach seinen Schicksalen u. Schriften dargestellt, Berlin 1805 ‎(heute ungengend)‎. – Wohlverdientes Denkmal dem Herrn Christian Thomasius ausgerichtet 1729 d. P. v. Ludewig, Nachruf. – Consilia Halensia III, Einleitung, 1–96. – Distel in d. Ztschr. f. d. gesammte RW. 10, 440. – Stlzel, Brandenburg-Preuens Rechtsverwaltung und Rechtsverfassung, 1 u. 2. – Schrader, Gesch. d. Universitt Halle I, Buch 1 u. 2. – Landsberg, Zur Lebensgeschichte des Chr. Thomasius, Festgabe zur Haller Skularfeier, 1894. – Biedermann, Deutschland im 18. Jahrh. II, 353 bis 368. – Schlosser, Gesch. d. 18. Jahrh. II, 603–613. – Hettner, Litteraturgesch. d. 18. Jahrh., Thl. 3, Buch 1, 90 fg. – Jul. Schmidt, Gesch. des geistigen Lebens in Deutschland I, 160 fg. – v. Raumer in d. Neuen Allg. Archiv f. d. Gesch. d. Preu. Staates I, Heft 3, 185 fg. – Dernburg, Thomasius u. d. Stiftung d. Universitt Halle, Rede, geh. am 12. Juli 1865. – Prutz, Gesch. d. Journalismus I, 286–341.
Ernst Landsberg.

Gemeinsame Bemerkung
Am 31. Oktober 1687, dem Reformationstag, kndigte Thomasius am Tor der Leipziger Universittskirche unter dem Titel Discours Welcher Gestalt man denen Frantzosen in gemeinem Leben und Wandel nachahmen solle? eine deutschsprachige Vorlesung an. Wenn es sich auch weder – wie vielfach behauptet – um die erste deutschsprachige Vorlesungankndigung, noch um die erste Vorlesung in deutscher Sprache handelte, lste diese doch ebenso wie eine weitere Vorlesung ber die Mngel der aristotelischen Ethik aus dem Jahr 1688 und die zwischen 1688 und 1689 publizierten Monats-Gesprche heftige Reaktionen der fhrenden Vertreter der Leipziger lutherischen Orthodoxie ‎(Valentin Alberti, August Pfeiffer und Johann Benedikt Carpzov)‎ aus. Thomasius selbst beschreibt die Reaktionen im Abstand von 30 Jahren folgendermaen:

Als ich fr ohngefehr dreyszig Jahren ein teutsch Programma in Leipzig an das schwartze Bret schlug, in welchem ich andeutete, da ich ber des Gracians Homme de cour lesen wolte, was ware da nicht fr ein entsetzliches lamentiren! Denckt doch! ein teutsch Programma an das lateinische schwartze Bret der lbl Universitt. Ein solcher Greuel ist nicht erhret worden, weil die Universitt gestanden. Ich muste damahls in Gefahr stehen, da man nicht gar solenni processione das lbliche schwartze Bret mit Weyhwasser besprengte.

In der Folge verschrften sich die Auseinandersetzungen. Der dnische Knig Christian V. bezichtigte Thomasius des Hochverrats. Thomasius musste sich einer Anklage mit dem Vorwurf des Atheismus erwehren. Die Situation eskalierte mit der Publikation einer Schrift im Jahr 1689, in der Thomasius auf die hfische Politik einzuwirken versuchte und in einem Eherechtsstreit Position gegen den kurschsischen Hof bezog. In der Folge wurde Thomasius im Mrz 1690 mit einem Lehr- und Publikationsverbot in Kurfrstentum Sachsen belegt. Thomasius verlie daraufhin Leipzig und siedelte in das kurbrandenburgische Halle ber.

Im April 1690 wurde Thomasius zum Kurfrstlichen Rat ernannt. Er hielt juristische und philosophische Vorlesungen an der Ritterakademie in Halle und wurde so zum Grndungsmitglied der Juristische Fakultt der Friedrichs-Universitt Halle, die auf wesentliches Betreiben Thomasius' von Kurfrst Friedrich III. von Brandenburg gestiftet und am 11. Juli 1694 in der Ratswaage am Halleschen Marktplatz feierlich erffnet wurde.
Im April 1690 wurde Thomasius zum Kurfrstlichen Rat ernannt. Er hielt juristische und philosophische Vorlesungen an der Ritterakademie in Halle und wurde so zum Grndungsmitglied der Juristische Fakultt der Friedrichs-Universitt Halle, die auf wesentliches Betreiben Thomasius' von Kurfrst Friedrich III. von Brandenburg gestiftet und am 11. Juli 1694 in der Ratswaage am Halleschen Marktplatz feierlich erffnet wurde.

Druck der genannten Vorlesung: ­http­://­digital­.­slub­-­dresden­.­de­/­werkansicht­/­dlf­/­32306­/­3­/


Bemerkung
­http­://­de­.­wikipedia­.­org­/­wiki­/­Christian_Thomasius­

Bemerkung
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Beruf Am 31. Oktober 1687, dem Reformationstag, kndigte Thomasius am Tor der Leipziger Universittskirche unter dem Titel Discours Welcher Gestalt man denen Frantzosen in gemeinem Leben und Wandel nachahmen solle? eine deutschsprachige Vorlesung an. Wenn es sich auch weder – wie vielfach behauptet – um die erste deutschsprachige Vorlesungankndigung, noch um die erste Vorlesung in deutscher Sprache handelte, lste diese doch ebenso wie eine weitere Vorlesung ber die Mngel der aristotelischen Ethik aus dem Jahr 1688 und die zwischen 1688 und 1689 publizierten Monats-Gesprche heftige Reaktionen der fhrenden Vertreter der Leipziger lutherischen Orthodoxie ‎(Valentin Alberti, August Pfeiffer und Johann Benedikt Carpzov)‎ aus. Thomasius selbst beschreibt die Reaktionen im Abstand von 30 Jahren folgendermaen:

Als ich fr ohngefehr dreyszig Jahren ein teutsch Programma in Leipzig an das schwartze Bret schlug, in welchem ich andeutete, da ich ber des Gracians Homme de cour lesen wolte, was ware da nicht fr ein entsetzliches lamentiren! Denckt doch! ein teutsch Programma an das lateinische schwartze Bret der lbl Universitt. Ein solcher Greuel ist nicht erhret worden, weil die Universitt gestanden. Ich muste damahls in Gefahr stehen, da man nicht gar solenni processione das lbliche schwartze Bret mit Weyhwasser besprengte.

In der Folge verschrften sich die Auseinandersetzungen. Der dnische Knig Christian V. bezichtigte Thomasius des Hochverrats. Thomasius musste sich einer Anklage mit dem Vorwurf des Atheismus erwehren. Die Situation eskalierte mit der Publikation einer Schrift im Jahr 1689, in der Thomasius auf die hfische Politik einzuwirken versuchte und in einem Eherechtsstreit Position gegen den kurschsischen Hof bezog. In der Folge wurde Thomasius im Mrz 1690 mit einem Lehr- und Publikationsverbot in Kurfrstentum Sachsen belegt. Thomasius verlie daraufhin Leipzig und siedelte in das kurbrandenburgische Halle ber.

Im April 1690 wurde Thomasius zum Kurfrstlichen Rat ernannt. Er hielt juristische und philosophische Vorlesungen an der Ritterakademie in Halle und wurde so zum Grndungsmitglied der Juristische Fakultt der Friedrichs-Universitt Halle, die auf wesentliches Betreiben Thomasius' von Kurfrst Friedrich III. von Brandenburg gestiftet und am 11. Juli 1694 in der Ratswaage am Halleschen Marktplatz feierlich erffnet wurde.
Im April 1690 wurde Thomasius zum Kurfrstlichen Rat ernannt. Er hielt juristische und philosophische Vorlesungen an der Ritterakademie in Halle und wurde so zum Grndungsmitglied der Juristische Fakultt der Friedrichs-Universitt Halle, die auf wesentliches Betreiben Thomasius' von Kurfrst Friedrich III. von Brandenburg gestiftet und am 11. Juli 1694 in der Ratswaage am Halleschen Marktplatz feierlich erffnet wurde.

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Prof. Dr. Christian ThomasiusProf. Dr. Christian Thomasius  ‎(M123)‎
Typ: Gemälde


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Bemerkung: Von Johann Christian Heinrich Sporleder - ­http­://­www­.­bildindex­.­de­, Gemeinfrei, ­https­://­commons­.­wikimedia­.­org­/­w­/­index­.­php­?­curid­=­213335­

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Prof. Dr. Christian ThomasiusProf. Dr. Christian Thomasius  ‎(M124)‎
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Familiendaten als Kind
Vater
Prof. Dr. Jacob Thomasius
Geburt 27. August 1622 35 25 Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland
Tod 9. September 1684 ‎(Alter 62)‎ Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland
Mutter

Heirat: 19. September 1664
-10 Jahre
#1
Prof. Dr. Christian Thomasius
Geburt 1. Januar 1655 32 Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland
Tod 23. September 1728 ‎(Alter 73)‎ Stadt Halle, Sachsen-Anhalt, Deutschland
#2
Schwester
#3
Schwester
Maria Elisabeth Thomasius
Tod 6. Februar 1684 Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland
#4
Schwester
#5
Schwester
#6
Bruder
Familie mit Auguste Christine Heyland
Prof. Dr. Christian Thomasius
Geburt 1. Januar 1655 32 Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland
Tod 23. September 1728 ‎(Alter 73)‎ Stadt Halle, Sachsen-Anhalt, Deutschland
4 Monate
Ehefrau
 
Auguste Christine Heyland
Geburt 27. April 1655 41 Wolfenbttel, Stadt, , Niedersachsen, Deutschland
Tod 6. September 1739 ‎(Alter 84)‎ Stadt Halle, Sachsen-Anhalt, Deutschland

kirchliche Ehe: 17. Februar 1680 -- Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland
19 Monate
#1
Sohn
Christian Polycarp Thomae
Geburt 12. September 1681 26 26 Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen, Deutschland
Tod 23. Februar 1751 ‎(Alter 69)‎ Stadt Halle, Sachsen-Anhalt, Deutschland
#2
Sohn
#3
Tochter
#4
Tochter


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